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Was ist erfolgreicher: Vielfaltblog oder Nischenblog?

Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken an eine Bloggerkarriere trägt, vielleicht gar einmal als Problogger mit seinen Seiten nebenbei Geld verdienen will, muss nicht nur seine Lieblingsthemen finden, sondern sich auch überlegen: Behandle ich alles in einem Blog oder setze ich themenspezifische Weblogs auf?

Das IONblog hier beispielsweise ist zwar einerseits ein Nischenblog, weil es sich an Menschen wendet, die in irgendeiner Weise das Internet professionell nutzen, aber keine Technik-Spezialisten sind, sondern Anwender. Innerhalb dieser Zielgruppe ist es aber ganz klar ein Vielfaltblog: AdWords, online Geld verdienen, eBay… Ich habe mir dabei die Themen zum Vorbild genommen, die ich auf Internet optimal nutzen behandle. Das ist für mich soweit logisch nachvollziehbar. Für einen Außenstehenden ist diese Auswahl allerdings beliebig.

Wie der Zufall manchmal so will: Ich habe zum einen die letzten Tage darüber nachgedacht, ob eine Aufspaltung des IONblogs in themenspezifische Einzelblogs sinnvoll wäre. Zum anderen begegnen mir gleich drei Beiträge, die zumindest am Rande auch diese Fragestellung behandeln:

Der PR-Blogger Klaus Eck schreibt beispielsweise in seinem Artikel "6 Tipps für das richtige Blog-Marketing":

Je klarer das Profil eines Weblogs ist, desto leichter fällt es den Lesern, sich zu orientieren. Wer jedoch in erster Linie für sich und seine Freunde schreibt und deshalb sehr viel Persönliches zum besten gibt, der reduziert die Zahl seiner Leserschaft auf drastische Art und Weise. (…) Ich bevorzuge deshalb eher die Blogs, die mir einen Mehrwert bieten und schnell mit strukturierten Inhalten auf den Punkt kommen. Als besonders guten Service schätze ich Links, die auf ursprüngliche Quellen verweisen und weiterführende Informationen bieten.

Und Jörg Petermann schreibt in "Nachdenken über 4 Kern-Elemente für gutes Weblog-Marketing":

Eine möglichst genaue Positionierung der Inhalte und der Schreibe zeigt sich als ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor eines Weblogs. Nicht ganz klar bin ich mir allerdings, ob ein Allroundblog langfristig mehr Besucher finden wird als ein Nischenblog, das themenfokussiert ist.

Zu guter Letzt hat der Problogger Darren Rowse schon mehrfach zu diesem Thema geschrieben und propagiert ganz klar das Nischenblog. Er jedenfalls hat sein ganzes Geschäft auf diese Spezialisierung aufgebaut. Über einen Verweis innerhalb seiner sehr interessanten Serie "blogging for beginners" bin ich auch nochmal auf seinen Artikel "One Blog Many Categories or Many Blogs?" gestoßen. Darin:

Whilst there are blogs out there that successful on a business level with a general or eclectic range of topics the majority of profitable blogs that I’ve observed have a defined niche that they are targeting. (…) Since I moved to this approach I’ve gone from 1 blog with 1000 pages that had around 900 daily visitors and earned just a few dollars per day to having 20 or so blogs with over 11,000 pages with 25,000 daily visitors that earns a few hundred dollars per day.

Aus seiner Sicht hat das folgende Vorteile:

  • Die Leser sind enger an das Blog gebunden, weil es genau das Thema behandelt, das sie interessiert.
  • Der Autor oder die Autoren können sich tiefer mit dem Thema beschäftigen und müssen kein schlechtes Gewissen wegen der anderen Leser haben, die sich eigentlich für andere Themen interessieren.
  • Es lässt sich eher ein Profil als Experte auf einem Gebiet aufbauen.
  • Kontextreklame wie beispielsweise Google AdSense funktioniert besser damit.
  • Suchmaschinen mögen Seiten, die sich auf ein Thema spezialisieren.
  • Mehr Beiträge: Um die Leser seines ursprünglichen Vielfaltblogs nicht zu überlasten, schrieb Darren Rowse nicht mehr als sieben oder acht Beiträge. Nun hat er 20 Blogs und schreibt in jedem ein oder zwei Beiträge pro Tag - insgesamt also bis zu 40.
  • Interessant für Werbetreibende und Sponsoren, da die Seite eine bestimmte Zielgruppe anspricht.

Ich persönlich kann die Überlegungen von Darren Rowse gut nachvollziehen. Wahrscheinlich ist es in Deutschland noch so, dass viele Blognutzer erst am Anfang stehen und nur wenige Weblogs lesen. Multithematische Blogs passen da gut. Je mehr man dieses Medium zu schätzen weiß, desto mehr weiß man allerdings auch monothematische Blogs zu schätzen. Man kann sich die Themen exakt aussuchen und muss sich nicht durch eine lange Liste von neuen Beiträge wühlen, die einen überwiegend nicht interessieren.

Insofern könnte es gut sein, dass das IONblog eines Tages auch aufgespalten wird. Aktuell ist dazu leider zu wenig Zeit.

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