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Erfolgreiche Homepage: 5 Fragen an Moritz “mo.” Sauer

Unter dem Titel "Websites für Musiker, DJs und Netlabels" hat der Medienpädagoge, Journalist, Webdesigner und Liebhaber elektronischer Musik Moritz "mo." Sauer einen umfassenden Ratgeber veröffentlicht. Das Buch zeigt, wie Musiker die neuen Möglichkeiten des Internets nutzen können und gibt praktische Hinweise und ausführliche Anleitungen. Mir hat er netterweise 5 Fragen zum Thema beantwortet.

Was macht eine Homepage aus Ihrer Sicht erfolgreich?

In allererster Linie sind das Inhalte, die gut erreichbar sind. Die meisten Surfer suchen nach Informationen und guter Unterhaltung, wenn sie sich durch das Internet bewegen. Damit die richtigen Informationen gefunden werden, muss eine Website den Besucher unterstützen und nicht abschrecken. Viele Music-Websites – aber nicht nur solche – legen einen zu großen Wert auf ein freakiges und ausgefallenes Layout. Dabei verrennen sich die Gestaltenden und stecken vornehmlich die Arbeit in das visuelle Design. Oft werden dann die richtigen Inhalte vergessen, oder es bleibt keine Zeit mehr für gut geschriebene Biografien, gut aufbereitete MP3s oder verwendbar Fotos für die Printmedien übrig.

Meine empfohlene Herangehensweise ist da andersrum. Biete Deinen Besuchern erst einmal gute Inhalte, hilf Ihnen beim Finden mittels durchdachter Navigation und wenn das alles steht, kannst Du das Design perfektionieren.

Was sind die wichtigsten Besonderheiten einer Musik-Website gegenüber anderen Websites?

Websites von Musikern bilden ein virtuelles Schaufenster Ihres Schaffens. Neben Fans informieren sich auf solchen Websites vor allem auch Journalisten und Redakteure, die Inhalte für Ihre Magazine brauchen. Dazu gehören nicht nur Hörproben, sondern auch hochwertige Bilder, die im Magazin abgedruckt werden können. Wichtig sind auch ordentliche Biografien mit spannenden Inhalten. Diese helfen Fans und Journalisten die Band näher kennenzulernen. Solche Texte sollten gut geschrieben sein und nicht auflisten wieviel Gitarren oder Synthesizer ein Bandmitglied hat. Wichtiger ist es hier Persönlichkeiten vorzustellen und zu überlegen: Was zeichnet mich aus, was macht meine Band besonders? Eine gekonnte Selbstdarstellung wirkt und macht neugierig.

Deswegen grenzen sich Music-Websites insofern ab, dass sie die Band illustrieren, wie ein Cover die CD/Platte. Obendrein sollte eine solche Website auch – wie bei Weblogs üblich – die Fans kontinuierlich über Neuigkeiten, Konzerte und Downloads informieren.

Welche Möglichkeiten des Internets werden bisher von Musikern aus Ihrer Sicht zu wenig genutzt?

Wie oben beschrieben werden die eigentlichen Inhalte vergessen oder einfach schlecht aufbereitet. Biografien sind wahre Textwüsten oder nur drei Sätze lang. MP3s haben keine Meta-Informationen und komische Namen. Fotos und Bildmaterial findet man auch selten oder wenn, dann leider nur in Internet-Qualität. Mit solchen LoFi-Bildern kann kein Redakteur etwas anfangen.

In meinem Buch zeige ich, wie man seine Music-Website maximal ausnutzt, um einen größtmöglichen Effekt zu erzielen. Leider wissen viele Musiker nicht, was Journalisten und Besucher eigentlich suchen, lesen und hören wollen. Dafür sensibilisiere ich sie in „Websites für Musiker, DJs und Netlabels“.

Welche Rolle(n) spielt das Internet heute für die Musik, die Musiker, die Labels?

Das Internet spielt eine konstant wachsende und massive Rolle. CD und Vinyl sterben langsam aus. MP3-Player und immer mehr Mobiltelefone mutieren zu Musikbibliotheken und werden exzessiv genutzt. Musik wird in digitalen Dateien verteilt und aus dem Netz illegal oder legal heruntergeladen. Außerdem tauschen immer mehr Musikfans ihre Musik über FTP, Festplatten, Bluetooth oder WLAN. Das Gesicht von Musik kommt abhanden und Websites bieten einen Anlaufpunkt für mehr Informationen.

Das Internet hat den Vertrieb von Musik verändert und dieser Trend ist nicht mehr zurückzuschrauben und konsolidiert sich zunehmend. Darum ist das Internet Vertriebsplattform als auch Schaufenster. Wer sich clever vermarktet und die Möglichkeiten nutzt, ist dabei klar im Vorteil.

Inwiefern wirkt sich der Vetriebsweg Internet auf die Musik aus?

Der Vertrieb von Musik über das Netz ändert natürlich nicht die Musik. Trotzdem verbirgt sich revolutionäres Potential durch diesen neuen Vertriebsweg: Musiker brauchen theoretisch keine Zwischenmittler mehr. Denn Musik kann im Eigenvertrieb ohne Label, Vertrieb und Plattenladen verteilt werden. Dagegen muss man natürlich halten, dass ein Label oder auch heute noch ein Plattenladen eine Art Treffpunkt für Gleichgesinnte bildet. Man muss als Musiker, DJ oder (Net)Label intelligent alle Felder nutzen, um sich zu vermarkten und um an neue Auftritte zu kommen.

Ich glaube, das Geldverdienen mit Tonträgern wird zunehmend abnehmen. Musik in Form von digitalen Dateien wird immer mehr als Werbemittel für das eigentliche Konzert dienen. Musiker, die in Zukunft Geld verdienen wollen, müssen sich klar machen, dass man mit CDs, Platten und MP3s schwierig Geld verdienen kann. Dabei bin ich mir sicher, dass der Trend wieder oder noch mehr zu Konzerten gehen wird. Das Internet können Sie dabei als Schaufenster nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Das Buch "Websites für Musiker, DJs & Netlabels" ist im O’Reilly-Verlag erschienen. » Eine ausführliche Besprechung des Buchs finden Sie hier. » Mehr Informationen über den Ratgeber außerdem im Buchladen von Internet optimal nutzen.

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1 Kommentar zu “Erfolgreiche Homepage: 5 Fragen an Moritz “mo.” Sauer”

  1. Interview und Buchkritik von Jan Tißler » » Websites für Musiker schrieb am 13. 06. 2006 um 17:03:

    […] an Tißler

    Datum: 13-06-06

    Interview und Buchkritik von Jan Tißler

    Neben einem Interview mit 5 Fragen des freien Journalisten Jan Tißler wurde auch eine Buchkritik “Websit […]